Flüssiges Gold

5 Vorteile der Ölpflege



Öle sind seit jeher ein wesentlicher Bestandteil in fast all unseren Hautpflege-Produkten. Sie sind unerlässlich als Inhaltsstoff, der unsere Haut glatt und samtig macht und wichtig für die Pflege. Während in konventionellen Produkten synthetische Mineralöl-Derivate und Silikone verarbeitet werden, finden wir in der Naturkosmetik pflanzliche Öle und Wirkstoffe. Was der Unterschied ist und wie sich dies auf unsere Haut auswirkt, lest ihr in diesem Beitrag.



Die Kraft der Pflanzenöle


Egal ob man aktuell im Drogeriemarkt am Regal, oder im Online-Shop, die Hautpflege mit Ölen hat sich bewährt und ist - egal ob für den Körper, das Gesicht oder für gesunde Haare - zu einem absoluten Trend gewachsen. Man findet reine wertvolle Basisöle genauso wie veredelte Produkte. Ob man als Verbraucher nun zu konventionellen oder zu natürlichen Hautpflege-Produkten greift, hängt ganz vom persönlichen Geschmack ab.

Dennoch, eines wollen wir alle - und in jedem Alter: Eine Haut - glatt und zart - wie ein Babypopo.


Generell unterscheidet man zwischen sogenannten "fetten" Ölen und "ätherischen" Ölen. Fette Öle sind Basis-, Samen-oder Wirkstofföle. Diese Öle nehmen die wertvollen Wirkstoffe aus Pflanzen und Samen auf und transportieren in unsere Hautzellen.

Ätherische Öle hingegen sind hoch konzentrierte und sehr wertvolle Inhaltsstoffe, welche oft mit aufwendigen Extraktion-Methoden aus Früchten, Blüten, Blättern oder Wurzeln gewonnen werden. Aufgrund ihrer hohen Konzentration haben ätherische Öle oft eine ausgeprägte Wirkung auf unseren Körper, die Haut und auch die Psyche. Ätherische Öle sollten daher ausschließlich verdünnt und nie direkt auf der Haut angewendet werden. Auch bei Kindern sollten ätherische Öle erst ab dem 4. Lebensjahr eingesetzt werden.


Synthetische vs. natürliche Öle/Fette

Synthetische Ölkomponenten werden in konventioneller Kosmetik verarbeitet und haben mit Recht so manchen Charme für die Verbraucherin/den Verbraucher: Sie lassen Cremes leicht, geschmeidig und reinweiß anmuten. Beim Auftragen hinterlassen sie einen seidigen Film auf der Haut. So verschaffen sie uns ein zartes Hautgefühl.


Dagegen kommen natürliche Öle oftmals ein wenig gröber daher. Pflanzliche Öle/Fette haben meist einen stärkeren Eigengeruch. Auch bei der Verarbeitung sind sie oft nicht ganz so einfach zu handlen und geben der Creme je nach Öl ihre eigene Farbe mit. Oftmals wirken natürliche Öle "schwerer" und "fettiger".


Aber der Schein trügt. Natürliche Öle sind wahre Allrounder und sehr wertvoll für unsere Haut. Die fünf besten Eigenschaften von natürlichen Pflegeölen findest du hier einmal zusammengefasst:


1. Tiefenwirkung

Hautphysiologisch betrachtet sind natürliche Öle und Fette die wertvollsten Komponenten in unserer Kosmetik. Pflanzliche Öle sind gut verträglich und enthalten jede Menge unterschiedliche Wirkstoffe, die unsere Haut wunderbar verarbeiten kann.

Moleküle natürlicher Öle ähneln den Fettmolekülen unserer Haut und können deshalb am besten von ihr aufgenommen werden. Ihre günstige Struktur lässt die Stoffe bis in die tiefen Hautschichten eindringen, wo sie ihre Wirkstoffe entfalten können.

Natürliche Ölemoleküle werden von unserer Haut quasi als "körpereigener" Stoff angesehen und somit in Zellerneuerungsprozesse eingebunden. Dadurch sind sie fähig den natürlichen Stoffwechsel der Haut wirksam zu unterstützen und langfristig Effekte zu erzielen.


Dagegen wirken synthetisch hergestellte Öle meist "okklusiv", d. h. sie verschließen die Poren von außen durch eine hauchdünne Art "Folie" und verursachen so einen kurzfristigen Feuchtigkeitsstau unter der äußersten Hautschicht. Dieser sorgt für das momentane scheinbare Glättegefühl auf der Haut, erzielt jedoch oft keinen langfristigen Effekt.

Durch die äußerlich hergestellte Barriere wird die Aufnahmefähigkeit der Haut beeinträchtigt und der natürliche Stoffwechsel - welcher für unsere Hautbeschaffenheit enorm wichtig ist - in seiner Arbeit gehindert.



2. Unkomplizierte Alltags-Allrounder

Die Hautpflege mit Öl ist zurecht im Trend - denn sie ist ein wahrer Alltags-Allrounder. Pflegeöle sind unkompliziert in der Anwendung und einfach zu lagern. Ob als feuchtigkeitsspendendes Körperöl, als entspannendes Körperöl oder als wirkungsvoller Ersatz für tägliche Gesichtspflege, Öle sind Alleskönner. Je nach Wirkungswunsch können sie einfach und spezifisch abgestimmt und benutzt werden. Oft kann ein Öl auch für mehrere Zwecke genutzt werden.

Außerdem eignen sich bestimmte Öle auch wunderbar für die Reinigungs-Routine (Cleansing Method), z. B. als Make-Up-Entferner. Im Gegensatz zu herkömmlichen Reinigungs-Lotionen unterstützen Reinigungsöle die Funktion der Hautbarriere und entfernen gleichzeitig schonend Make-Up und Umweltschmutz von der Haut.

Mit einem guten Ölprodukt kann man sich also möglicherweise den ein oder anderen weiteren Tiegel im Schrank sparen.



2. Weniger ist mehr

Sicher, wertvolle natürliche Öle sind oft nicht ganz günstig - aber Ölprodukte sind wahnsinnig ergiebig. Schon wenige Tropfen reichen für die nachhaltige Hautpflege aus. Hingegen wird bei Cremes oft eine größere Menge für die gleiche Hautfläche benötigt.


Wichtig bei der Pflege mit Öl: Trage Öl immer auf die feuchte Haut auf! Mithilfe der kleinen vorhandenen Wassermoleküle kann das Öl besser in die Hautschichten einziehen und hinterlässt so keinen fettigen Film auf der Haut.



3. Lange Haltbarkeit

Wasser bietet Bakterien immer einen günstigen Nährboden. Je mehr Wasser ein Produkt enthält, desto anfälliger ist es für Bakterien - und das begünstigt die schnellere Verderblichkeit. Oft werden deshalb künstliche Konservierer eingesetzt, welche dem Bakterienwachstum Einhalt gebieten und die Lebensdauer des Produkts verlängern soll.

Öle besitzen keine Wasserphasen und benötigen keine Emulgatoren. Öle sind von Haus aus lange haltbar und weisen eine viel geringere Möglichkeit für keimende Bakterien auf.



4.natürlicher Schutz

Unterschiedliche Öle haben verschiedene Wirkungsbereiche. So sind z. B. Öle aus Samen und Nüssen reich an natürlichen Antioxidantien und schützen unsere Haut vor schädlichen freien Radikalen.

Natürliche Wirkstoffe sind in pflanzlichen Ölen automatisch vorhanden. Sie unterstützen Hautzellen bei ihrem Erneuerungsprozess und beim Schutz vor Umwelteinflüssen. Die natürliche Hautbarriere bleibt somit intakt und gesund.

Durch den Einsatz von ätherischen Ölen können Wirkstoffe intensiviert oder erweitert werden. So finden wir eine Vielzahl an Anti-Aging-Wirkstoffen



5. Für Jedermann: Sehr Gute Verträglichkeit

Öle sind generell sehr gut verträglich. Selbst bei sehr empfindlicher oder unreiner Haut können Öle den Talghaushalt regulieren und das natürliche Gleichgewicht wieder herstellen. Auf jeden Fall kommt es dabei aber auf das richtige Öl für deinen Hauttyp an. Manche Öle reagieren auf der Haut eher "okklusiv", d. h. verschließen die Poren von außen und bilden eher einen undurchlässigen Schutzfilm. Andere Öle sind gering "komedogen" können tief in die Hautschichten eindringen ohne die Durchlässigkeit zu beeinflussen. Je nach Bedürfnis und Einsatz des kosmetischen Öls können verschiedene Öle gemischt und somit ein perfekt abgestimmte Pflege für deine Haut werden. Einen kleinen Überblick über passenden Öle für die verschiedenen Hauttypen haben wir dir hier aufgelistet:


Unreine Haut:

Jojobaöl, Wildrosenöl, Hanföl, Traubenkernöl


Leichte Pflege (zieht schnell ein):

Arganöl, Avocadoöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl


Trockene Haut:

Arganöl, Hanföl, Olivenöl, Weizenkeimöl, Nachtkerzenöl


Reife Haut:

Arganöl, Himbeersamenöl, Wildrosenöl


Für Kinder- und Babyhaut:

Mandelöl



Individuelle Öle selbst mischen

Generell kannst du dein persönliches Lieblingsöl ganz einfach selbst mischen. Auf diese Punkte solltest du dabei achten:

  • Achte beim Einkauf auf gute Qualität. Hautpflegeöle sollten nicht raffiniert sein, denn dadurch verlieren sie oft wertvolle Wirkstoffe. Am besten eigenen sich Öle kaltgepresste oder native Öle in Bioqualität

  • Das perfekte Mischverhältnis sollte 70:30 sein: 70% Basisöl (z. B. Mandel- oder Jojabaöl) und 30% Wirkstofföl (z. B. Wildrosen-, Nachtkerzen oder Himbeersamenöl). Die Ölmischung kannst du dann je nach Belieben noch wahlweise mit ein paar Tropfen ätherischer Öle aufpumpen (Achtung: der Anteil ätherischer Öle im Produkt sollte max. 1% betragen).

  • Lichtgeschützt lagern. Natürliche Wirkstoffe sind meistens sehr licht- und wärmeempfindlich. Am besten hält sich dein Öl in einer dunklen Flasche an einem kühlen Ort.

  • Arbeite im sauberen Hilfsmitteln bei der Abfüllung deines Öls. Wasche dir vorher die Hände und desinfiziere deine Hilfsmittel, mit denen du das Öl abfüllst.

Und nun - viel Spaß beim einölen!

Eure KrautKätchen


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